Begegnung mit meinem jugendlichen Ich

Ein paar Kartons mit Ordnern aus der Schul- und Studienzeit waren nach dem Ausräumen des Elternhauses noch bei meiner Schwester zwischengelagert. Nach dem Notartermin zum Hausverkauf habe ich vor zwei Wochen die Kartons mit nach Hause gebracht und war neugierig auf das, was ich da entdecken und woran ich mich noch erinnern würde.

Eine besonders schöne Überraschung waren die beiden Zeichnungen, die ich im zarten Alter von 15 Jahren machte. Ich erinnere mich noch sehr gut: am Ende des 9. Schuljahres  im Johannes-Kepler-Gymnasium in Reutlingen gab es vor den Ferien für alle Schüler eine Projektwoche. Ich wählte „Zeichnen in der Natur“. Immer schon habe ich gerne gemalt und gezeichnet. Da ich erst ein Jahr zuvor als Spätaussiedlerin in die Schule kam, war ich sehr zurückhaltend und schüchtern. Das Malen hat mir geholfen, mich auf eine besondere Art und Weise auszudrücken und präsent zu sein. Auf der Neckarinsel in Tübingen und im Volkspark hinter der Schule haben wir Schüler gemeinsam gemalt und hatten eine Verbindung durch das gemeinsame Hobby. Mein „Hölderlinturm“ war in der anschließenden Ausstellung zu sehen.

Ich bin erstaunt, wie gut mir die Kohle-Zeichnungen auch heute noch gefallen. Diese Art von Zeichnungen habe ich seither nicht mehr gemacht ebensowenig Zeichnen in der Natur praktiziert. Vielleicht war das jetzt ein guter Reminder…. aus dem Jahr 1981.